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Architekt Abendroth - 00_Altenheime
Bauen für Geborgenheit

Altenheime, Betreutes Wohnen

Mehr als nur barrierefrei - das Würzburger Modell

Die Barrierefreiheit, also gleiche (Zugangs-)möglichkeiten für alle, sollte in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein. In Alten- und Pflegeheimen gehört sie zu den zwingenden Vorgaben.

Aber haben wir damit genug getan? Reicht das aus um Altenheimbewohnern ein Leben möglichst nahe an der Normalität zu bieten? Finden die alten Menschen die gleichen Bedingungen vor wie die restliche Bevölkerung?

Die Gestaltung von Altenwohnheimen hat sich jahrelang am Krankenhaus-Standard orientiert und nicht an den Wohnbedürfnissen der Bewohner. Heute werden „Pflegehotels“ geschaffen, die eigentlich wieder eine unnatürliche Umgebung darstellen. Die Möglichkeit eigene Möbel mitzubringen ist ja verbreitet, aber werden diese auch zum integralen Bestandteil der Gestaltung?

Wie schaffen wir es Wohnlichkeit heim- und pflegetauglich zu machen? Wie schaffen wir es Identität und Vertrautheit in der Wohnumgebung der Bewohner zu gewährleisten?

Das Konzept „Bauen für Geborgenheit – das Würzburger Modell“ gibt Impulse für eine zielgerichtete, ergebnisorientierte Pädagogik zur Verbesserung der Lebensqualität von Heimbewohnern und deren Betreuern. Ziele und Prinzipien des Modells sind:

Geborgenheit ist die Grundvoraussetzung für eine gute Entwicklung und für Lebensqualität. Ziel ist das Erreichen von psychischer und körperlicher Entspannung und das Organisieren der vorhandenen Energien zum konstruktiven Tun.

Erlebbare Sicherheit schützt vor depressivem Verhalten und reduziert destruktive Aktionen. Ziel ist die Stärkung des Selbstwertgefühles. Von äußeren Strukturen zu inneren Strukturen.

Individualität und Gemeinschaft: Wenn der Mensch ausreichende Wertschätzung erfährt, ist ein positives Verhalten in der Gemeinschaft möglich.

Aktivsein ist Lebensqualität. Förderung von körperlicher Beweglichkeit. Das Selbstbewußtsein wird gefördert und destruktiver Rückzug wird vermieden.

„Bauen für Geborgenheit – das Würzburger Modell“ bietet den Rahmen für Geborgenheit und Sichersein. Durch Schaffung von unverwechselbaren Orten wird das Identitätsgefühl gefördert und eine vertraute Umgebung inszeniert.

Fotos: Hannah Heszl, Peter Manev, Wolfgang Stadler, Roland Bayer

Building for security and comfort

Senior care facility, Assisted living

More than just barrier free, the Würzburger model

Barrier free planning, or equal (entrance) possibilities for all, has to be of course part of our considerations. In senior homes or care facilities such considerations are compulsory.

But is that enough? Is that sufficient to offer residents of a senior home a life as close to a normal one as possible? Are the elderly going to find themselves in the same conditions as the rest of the people?

The arrangement of a Senior care facility has been leaning towards hospital standards for ages and not on the residential needs of the inhabitants. Today there are „care hotels“ which demonstrate honestly another sort of unnatural environment. There’s the possibility to bring in your own furniture, but are they really integrated elements of the arrangement?

How can we create a cozy and homelike and care-suited facility? How can we guarantee identity and trust in the resident's living environment?

The concept „building for security and comfort“, the Würzburger model, encourages a purposeful, experience-oriented education to improve living qualities of the facility residents and their care-givers. Goals and principles of the model are:

Security and comfort are basic prerequisites of a positive progress and quality living. The goal is to achieve psychological and physical relaxation and to mobilize potential energies for constructive action.

Experienced confidence prevents depressive behavior and reduces destructive activities. The goal is to strengthen self esteem. From outer structures to inner structures.

Individuality and community: when a person experiences self esteem, a positive behavior in society is insured.

Being active is quality in life. Encouraging physical activity. Self esteem is strengthened and destructive drawbacks are prevented.

„Building for Security and comfort, the Würzburger model“ offers the framework for confidence and trust. Through creation of distinct and unmistakable places, identity is promoted and a reliable environment is developed.

Photos: Hanah Heszl, Peter Manev, Wolfgang Stadler, Roland Bayer