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Architekt Abendroth - 2003_Gross-gerungs
Business

Ortsplatzgestaltung Groß Gerungs / NÖ

Wettbewerbsbeitrag, 1. Platz

Die Gestaltung beschränkt sich in erster Linie auf die Schaffung einer vergrößerten ebenen Platzfläche für flexible Nutzungsmöglichkeiten unter Beibehaltung möglichst vieler Parkplätze. Thematisch wurde die Gestaltung des gesamten Platzes auf die Bewahrung und Stärkung des vorhandenen Charakters ausgelegt. Die Modernität beschränkt sich auf die Einfügung einer Spange, die den Geländesprung neu markiert. Sämtliche neue Infrastruktur wie Laternen, Platzmöblierungen, Technik, Überdachung Bushaltestelle, Beschilderung und Informationssysteme sind hier untergebracht.

Der Platz ist aufgrund seiner topographischen Lage in zwei Ebenen gegliedert. Der obere Platzbereich ist für große und kleine Feste und Veranstaltungen multifunktional nutzbar, der untere Platzbereich als Verkehrsader dient der Kommunikation in Form einer Informationspromenade.

Der Veranstaltungsplatz ist als vielfältig nutzbarer Platz zum Parken, für Märkte, als Beachvolleyball und zum Abhalten von Konzerten vorgesehen. Er findet seinen Abschluss durch die neudefinierte Kante der Spange am Niveausprung des Ortspatzes. Hier bekommt der Platz seinen Garten. Pranger, Bunnen und Sitzbänke laden zum Verweilen ein.

Durch die Einbahnregelung verkehrsberuhigt bekommt das Rathaus eine Platzerweiterung. Ein Vorplatz, der für verschiedenste Aktivitäten nutzbar ist. Die Pestsäule wird durch die Stiegenanlage neu gefasst und präsentiert sich im neuen Rahmen.

Das Standesamt wird durch die beiden Stiegenanlagen auch vom unteren Platz her erschlossen und neu erlebbar. Bei Hochzeiten und Prozessionen lassen sich die Stiegen gut in die Inszenierung einbauen.

Groß Gerungs bekommt eine neue Bushaltestelle. Unter dem dezent gestalteten Glasdach mit Blick auf den Brunnen oder, wenn Zeit bleibt, im Schanigarten des Gasthauses Hirsch wird das Warten auf den Bus zum Erlebnis.

Teffpunkt und Kommunikation stehen im Mittelpunkt der Gestaltung des Nepumukplatzes. Das Cafe Wagner bekommt hier einen attraktiven Gastgarten und
die Blumenboutique Stefanie kann hier floristische Erzeugnisse präsentieren. Für die Bücherei ist der Platz ein Lesesaal unter freiem Himmel und die Hochzeitsgäste des Stadesamtes können hier auf die Braut anstossen.

Als Rückgrat der Neustrukturierung des Zentrums weist die Spange in einer zwar zurückhaltenden aber doch zeitgemäßen Weise auf die Modernität der Stadtgemeinde Groß Gerungs hin. Der Steg und das Geländer bilden eine konstruktive Einheit, die auf die bestehende Mauerkrone aufgesetzt wird. Die erfolgte Anhebung des Platzes wird an den Steg angearbeitet. Der Steg beinhaltet jegliche neue technische Infrastruktur für Marktstände, Konzerte, etc. in form eines flexiblen Schachtes zum Nachziehen von Leitungen, der unter den Holzplanken leicht zugänglich ist.

Als Aufenthaltsort für den Maibaum oder als Aufforderung zum Tanz lässt die Bühne viel Spielraum für Phantasie - Platzkonzerte, Festreden, Sonnendeck - was man hier nicht alles machen kann.

Das Geländer der Spange beinhaltet 33 beleuchtete Schaukästen, die vom unteren Platz aus einsehbar sind. Hier werden Informationen an Bürger und Gäste vermittelt. Stadtgemeinde, Vereine und Firmen können hier präsent sein. Wer einmal die Informationspromenade durchmessen hat ist wieder gut im Bilde.

Analog zum Gesamtgestaltungskonzept ist die Beleuchtung des gesamten Platzes eher dem Erhalten des ländlichen Erscheinungsbildes des Ortes verpflichtet. Die Gebäude werden mittels Laternen, die an den Häusern befestigt sind angeleuchtet. Die Laternen werden über den jeweiligen Hauseingängen situiert, bedeutende Gebäude werden noch zusätzlich etwas hervorgehoben. Grossstädtische Anstrahlungen von Hauptgebäuden sollen vermieden werden, ebenso Anstrahlungen von unten.

Im Bereich der Spange weicht die Beleuchtung vom vorher beschriebenen Muster ab. Hier wird 'modern' beleuchtet, wenn auch die Mittel dazu einfach sind. Freistehende Laternen heben Brunnen, Stiegenanlagen und Pranger hervor. Die Bäume werden von im Boden eingebauten Srahlern von unten angestrahlt. Die Spange wird vom unteren Platz aus betrachtet bandartig beleuchtet, wobei die Leuchten in rhythmischen Abständen montiert werden.

Partnerarchitekten: D.I. Axel Ott, D.I. Dennis Gulder